Mainusch: "Dass man grantiger formuliert"

Dominik Mainusch ist Bürgermeister in Fügen und Vizepräsident des Tiroler Landtages. 

(C); meine abgeordneten

Dann möchte ich Sie herzlichst willkommen heißen zum Interview und gerne zunächst einmal ein sehr aktuelles Ereignis Revue passieren lassen: Rücktritt von Georg Dornauer und Wahl von Philipp Wohlgemuth. Was ist Ihre Meinung zum derzeitigen Zustand der Landesregierung?

Durchaus stabil, wir haben heute den Nachfolger vom Georg Dornauer gewählt und der hat auch volle Unterstützung fürs Koalitionsprogramm signalisiert. Insofern ist der Pfad den die Regierung für die fünf Jahre eingeschlagen hat auch mit Philipp Wohlgemuth gesichert. Die Zusammenarbeit zwischen dem Landeshauptmann und seinem Stellvertreter hat am Anfang schon sehr gefruchtet und insofern bin ich der Meinung, dass die Regierung stabil die Periode auch fortführen wird.

Warum würden Sie sagen, hat die ÖVP bei der EU- und Nationalratswahl für ÖVP Verhältnisse so dermaßen verloren?

Wir sind von einem sehr hohen Niveau aus gestartet, wir waren bei den letzten Wahlen unter dem Hype von Sebastian Kurz auf ganz einem anderen Niveau. Durch seinen Rücktritt ist auch der Hype geendet. Dadurch war klar, dass wir ohne die Lichtgestalt Sebastian Kurz das Niveau nicht halten konnten. Dass es wirklich zu zweistelligen Verlusten gekommen ist, ist nicht nur darauf zurückzuführen, sondern auch darauf zurückzuführen, dass die Volkspartei durch ihre DNA, durch ihren Zugang zur Politik, der nämlich sagt, wir wollen seriöse Politik machen und die Dinge bis zum Schluss durchdenken, in der Kommunikation den einfachen Populisten unterliegt, die nur das Problem aber keine Lösungen vorschlagen und sich auch gar nicht dafür interessieren, wie die Dinge erledigt werden. Den Zugang hat die Volkspartei nicht und es ist in einer Wahlauseinandersetzung ein Nachteil, wenn der politische Mitbewerber sehr wohl so agiert. Wenn man der Volkspartei was raten müsste: Dass man grantiger formuliert, dass man in der Kommunikation moderner wird und dass man nicht zu sehr ins Detail geht und den Wähler nicht verwirrt.

Jetzt haben wir Land, Bund, aber Sie sind ja auch Bürgermeister. Daher würde ich gerne wissen wie Sie die letzte Saison für den SV Fügen einschätzen.

Ja der SV Fügen ist ein Superverein, spielt in der Regionalliga, der dritthöchsten Liga Österreichs. Mein Anspruch an einen Sportverein ist weniger, dass er in den höchsten Ligen spielt als dass er in der Nachwuchsliga gute Arbeit macht. Und der SV Fügen hat über 200 Kinder, die er betreut und trainiert und sie somit auch beschäftigt, erzieht und ihnen auch gewisse Werte mitgibt. Das zählt für mich als Bürgermeister viel mehr als dass die Kampfmannschaft für sich sehr erfolgreich ist. Sie haben für sich das hohe Ziel. Wenn sie den Klassenerhalt schaffen, bin ich sehr zufrieden.

Dann kommen wir zur Zukunft. Was würden Sie sagen: War die Landesregierung brav genug, dass sie Geschenke bekommt?

Ja, sie arbeitet in Ruhe und konsequent ihr Koalitionsprogramm ab. Natürlich kann man hin und wieder das Haar in der Suppe suchen und sagen hier oder dort ginge es schneller. Aber im Grunde halte ich die Tiroler Landesregierung für sehr besonnen und sehr konsequent in dem Eindruck.

Dann kommen wir zur letzten Frage: Was wünschen Sie sich zu Weihnachten?

Ich persönlich bin kein guter Schenker und mag auch nicht so gern beschenkt werden, wenn es um materielle Dinge geht, sondern dass meine Familie bei mir ist und die Zeit, die eh schon kostbar ist, mit ihr nutzen kann und darauf freue ich mich in den Weihnachtsfeiertagen.

Danke fürs Interview!

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